Happy-Go-Lucky

Mike Leigh. Immer anstrengend und kurz bevor ich aussteigen will, packt er mich dann doch. Karriere-Girls zum Beispiel- eine Qual.  Wo findet man nur diese Schauspielerinnen? Die Story von Happy-Go-Lucky dümpelt erst mal so vor sich hin.  Dann erscheint Scott-‚Enraha‘, der Fahrlehrer. Man kann ihn kaum ertragen mit seinen rassistischen und satanistischen Anteilen. Klarer Fall von Beruf verfehlt. Und die Mischung cholerischer Fahrlehrer und immerzu kichernde Poppy lässt einen auf die Explosion des Pulverfasses warten. Ist ja dann auch so.  Und das ist das auch die einzige Situation in der Poppy mal nicht lacht.
Gut getroffen auch die Beschreibung der Lebenssituation der kleinsten der drei Schwestern – hochschwanger hat sie ihren Gatten fest im Griff, der wie ein kleiner Junge nach der Playstation giert, sich aber geknickt den Hormonen beugt.
Als die Grundschullehrerin Poppy sich einer ihrer Schüler annimmt, der seine Mitschüler schlägt, wurde mir warm ums Herz: keine Strafmaßnahmen folgen, sondern einfühlsam und kompetent wird dem Jungen gezeigt, dass er angenommen ist und gemeinsam gehen sie der Ursache seiner Wut auf den Grund.
„Bist du hugrig?“ „Nur appetitlich.“
„Du kannst nicht die ganze Welt glücklich machen.“ „Aber ich kann es versuchen.“
Wirklich, den Optimismus von Poppy hätte ich auch gern. 2+.

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