Slumdog Millionaire

Doch, es war einer der guten Kinoabende. Kurzweilig, spannend und bunt. Und doch bleibt ein Aber. Weil man den Vorwurf der Sozial- oder besser: Slum-Romantik nicht verhehlen kann.  Das Elend wird gezeigt, aber hübsch fotografiert. Der Geruch stellt sich auch im Kopf nicht ein wenn Jamal in die Fäkaliengrube springt. Das Aufziehen der Kamera über den Wellblechdächern hat zwar wegen der so gezeigten Größe des Slums einen Oha-Effekt, es werden aber kaum Bilder gezeigt, die das Leben im Slum nachvollziehbar zeigen. Allerdings will der Film ja auch keine Dokumentation sein. Das Ende – ein simples Happy-End à la Bollywood. Genervt hat mich die Opferrolle der Latika. Geschändet von Kindesbeinen an wehrt sie sich nie. Jamals Bruder – endlich geläutert – muss sie sogar in die Freiheit schubsen. Denn erst wenn der wartende Prinz auch noch genug Geld hat ist sie bereit für ihn. Fazit für mich: Wenn man es schafft Slumdog Millionaire als fiktionales Kinomärchen zu sehen, ist es  – siehe oben – ein guter Kinoabend. 2+.

Ein Kommentar zu “Slumdog Millionaire”

  1. Ole
    Mai 13th, 2009 10:22
    1

    Mir ging es schon bei Trainspotting so. Da war es halt die Drogi-„Romantik“. Also insgesamt nur halb so schlimm das ganze (Slumleben, auf Droge sein)… Vielleicht sollte Boyle keine so nah an der Realität aufgehängte Filme drehen sondern bei der reinen Fiction bleiben.