Winterreise

Der beeindruckendste Film seit langem. Das letzte Mal sah ich Josef Bierbichler als eher ruhigen Typen in Im Winter ein Jahr. Ich bin kein Fan des Bayrischen, aber dieser Winterreise-Bierbichler haut  mich um. Beängstigend kraftvoll, verloren und trotzdem voller Leben. Der Dialekt passt perfekt. Grantelnd und cholerisch tobt er durch die Szenen. Singt betörende fremde Lieder und knallt zwei Sonnen seiner Depression ab. Sibel Kekilli schön wie immer, ernst und nebenfigurig. Hanny Schygulla als Gattin, immer im Haus. Die einzige die noch zu ihm hält. Er steht nackt am geöffneten Panoramafenster und versucht seine innere Hitze in der Schneekälte zu kühlen. Und brüllt. Singt. Leidet. „Arschloch“ sein einziges Wort für die Menschen um ihn herum. Keine Kompromisse. Ein Drama im wahrsten Sinne. Eine Wucht. Die Bilder oft formal schön, oft Vogelperspektive, handkamera-ig, schnell, unruhig.
Nachhallend: 1.

Ein Kommentar zu “Winterreise”

  1. Ole
    Mai 13th, 2009 10:13
    1

    Eine Wucht! 100%ige Zustimmung!!