Archiv für die Kategorie 'Im Kino gewesen'

Inglourious Basterds

Freitag, 18. September 2009

Wow.  Komischerweise kann ich gar nicht wirklich was darüber schreiben. Außer dass es seit langem mal wieder ein richtig gutes Kinogefühl gab.

Benjamin Button

Freitag, 14. August 2009

Uff, was für ein trauriges Thema. Ich habe ohne Probleme die 160 Minuten ausgehalten. Trotzdem es eine müde, fahrige Story war. Man hätte ja so viel auslassen können! Dieser Uhrmacher mit der rückwärts laufenden Uhr. Die Geschichte mit Tilda Swinton. Die auf alt geschminkte sterbende Cate Blanchett (man hätte ja auch eine wirklich alte Frau nehmen können). Außerdem ist an dem Thema doch vor allem eins interessant: wie geht der Betroffene damit um als alter Mann geboren zu werden und als Baby zu sterben. Leider blieb die Figur total blass und macht keinerlei Identifikation möglich. Natürlich trug den Film dass man immer darauf wartete, dass Brad Pitt endlich bitte jung & schön werde! Note: 3, weil schöne Bilder, schöne Menschen und Spezialeffekte auch schon mal eine blasse Story in den Hintergrund drängen können.

Winterreise

Donnerstag, 07. Mai 2009

Der beeindruckendste Film seit langem. Das letzte Mal sah ich Josef Bierbichler als eher ruhigen Typen in Im Winter ein Jahr. Ich bin kein Fan des Bayrischen, aber dieser Winterreise-Bierbichler haut  mich um. Beängstigend kraftvoll, verloren und trotzdem voller Leben. Der Dialekt passt perfekt. Grantelnd und cholerisch tobt er durch die Szenen. Singt betörende fremde Lieder und knallt zwei Sonnen seiner Depression ab. Sibel Kekilli schön wie immer, ernst und nebenfigurig. Hanny Schygulla als Gattin, immer im Haus. Die einzige die noch zu ihm hält. Er steht nackt am geöffneten Panoramafenster und versucht seine innere Hitze in der Schneekälte zu kühlen. Und brüllt. Singt. Leidet. „Arschloch“ sein einziges Wort für die Menschen um ihn herum. Keine Kompromisse. Ein Drama im wahrsten Sinne. Eine Wucht. Die Bilder oft formal schön, oft Vogelperspektive, handkamera-ig, schnell, unruhig.
Nachhallend: 1.

Slumdog Millionaire

Mittwoch, 15. April 2009

Doch, es war einer der guten Kinoabende. Kurzweilig, spannend und bunt. Und doch bleibt ein Aber. Weil man den Vorwurf der Sozial- oder besser: Slum-Romantik nicht verhehlen kann.  Das Elend wird gezeigt, aber hübsch fotografiert. Der Geruch stellt sich auch im Kopf nicht ein wenn Jamal in die Fäkaliengrube springt. Das Aufziehen der Kamera über den Wellblechdächern hat zwar wegen der so gezeigten Größe des Slums einen Oha-Effekt, es werden aber kaum Bilder gezeigt, die das Leben im Slum nachvollziehbar zeigen. Allerdings will der Film ja auch keine Dokumentation sein. Das Ende – ein simples Happy-End à la Bollywood. Genervt hat mich die Opferrolle der Latika. Geschändet von Kindesbeinen an wehrt sie sich nie. Jamals Bruder – endlich geläutert – muss sie sogar in die Freiheit schubsen. Denn erst wenn der wartende Prinz auch noch genug Geld hat ist sie bereit für ihn. Fazit für mich: Wenn man es schafft Slumdog Millionaire als fiktionales Kinomärchen zu sehen, ist es  – siehe oben – ein guter Kinoabend. 2+.

Happy-Go-Lucky

Donnerstag, 05. März 2009

Mike Leigh. Immer anstrengend und kurz bevor ich aussteigen will, packt er mich dann doch. Karriere-Girls zum Beispiel- eine Qual.  Wo findet man nur diese Schauspielerinnen? Die Story von Happy-Go-Lucky dümpelt erst mal so vor sich hin.  Dann erscheint Scott-‚Enraha‘, der Fahrlehrer. Man kann ihn kaum ertragen mit seinen rassistischen und satanistischen Anteilen. Klarer Fall von Beruf verfehlt. Und die Mischung cholerischer Fahrlehrer und immerzu kichernde Poppy lässt einen auf die Explosion des Pulverfasses warten. Ist ja dann auch so.  Und das ist das auch die einzige Situation in der Poppy mal nicht lacht.
Gut getroffen auch die Beschreibung der Lebenssituation der kleinsten der drei Schwestern – hochschwanger hat sie ihren Gatten fest im Griff, der wie ein kleiner Junge nach der Playstation giert, sich aber geknickt den Hormonen beugt.
Als die Grundschullehrerin Poppy sich einer ihrer Schüler annimmt, der seine Mitschüler schlägt, wurde mir warm ums Herz: keine Strafmaßnahmen folgen, sondern einfühlsam und kompetent wird dem Jungen gezeigt, dass er angenommen ist und gemeinsam gehen sie der Ursache seiner Wut auf den Grund.
„Bist du hugrig?“ „Nur appetitlich.“
„Du kannst nicht die ganze Welt glücklich machen.“ „Aber ich kann es versuchen.“
Wirklich, den Optimismus von Poppy hätte ich auch gern. 2+.

Heaven

Sonntag, 01. März 2009

Nun endlich mal diesen Tom Tykwer gesehen. Schön so ein Festplattenrecorder – so hat man schnell seine eigene immer verfügbare Videothek; es kommen ja DOCH viele gute Sachen im TV! Leider halt zu unterträglichen Uhrzeiten…
Manchmal grüßt im Film Tykwers tolle formale Bildersprache – zum Beispiel wenn der Zuschauer dem Attentat folgt. Die Toskana ist wunderschön. Und ohne diese schönen Bilder und die italienische Sprache wäre der Film für mich noch mauer gewesen.  Nicht nachvollziehbar, wie Cate Blanchett als Philippa zur Mörderin wurde, wie sie mit der Schuld zurechtkommt (oder besser, mit der Verantwortung, die sie – trotz Ankündigung ihrerseits – letztendlich nicht übernimmt, indem sie den Freitod wählt). Über Giovanni Ribisi als Filippo  erfährt man weiter auch nicht viel, außer dass er ab und zu noch ins Bett macht. Warum spricht er im Gegensatz zu seinen in der Hierarchie weit über ihm stehenden Kollegen und Chefs Englisch? Hat er keine Mutter? Hat er nie Zweifel nur aus Liebe einer Mörderin zu helfen? Etwas bemüht die Schleife vom Anfang, die das Ende erklärt:  Filippo nimmt Helikopterflugstunden am Simulator und der Zuschauer erfährt, dass ein Hubschraubi nicht endlos hochsteigen kann.
Schön die Drehorte: Turin, Montepulciano, Bottrop. Philippa & Filippo find ich als Namen irgendwie albern… 3.

Even Cowgirls get the Blues

Mittwoch, 11. Februar 2009

Es war zwar schon 1993 dass ich den Film gesehen habe, aber es ist bisher der einzige aus dem ich vor Ende rausgegegangen bin. Damals war ich 23 Jahre alt.  Ich fand den Film hirnlos und öde. Uma Thurman als Tramperin mit großem Daumen. Kritik dazu (epdfilm 10/94). Lohnt sich also wohl nicht ihn noch mal zu schauen mit 16 Jahren mehr Lebenserfahrung?

Inside Man

Sonntag, 08. Februar 2009

Erst gedacht: Spike Lee macht jetzt Action-Filme/Blockbuster? Dann begeistert. Wirklich intelligent, komplex und spannend. Teilweise fast dokumetarisch wirkend, wenn der Zuschauer beobachtet, wie sich die Polizei um den Tatort aufstellt. Und natürlich ist es Spike Lee. Wie der gläubige Sikh als Geisel mit Turban als „fucking arab“ befreit wird, die rassistischen Äußerungen des Straßenpolizisten, die Nazivergangenheit des Bankchefs… Denzel Washington und Clive Owen als Gegenspieler. Jodie Foster als eiskalte ja was? Und Willem Dafoe in einer eher kleinen Rolle. Fazit: Wirklich großer Banküberfall. Mainstream und Kritik müssen sich nicht ausschließen. 1.

Stilles Chaos

Sonntag, 08. Februar 2009

Nanni Moretti mal wieder. War auf keinen Fall langweilig. Aber ein Film über einen trauernden Witwer war das für mich nicht. Obwohl: schon interessant wie man um einen Partner trauert den man wohl nicht geliebt hat (was anklang).  Und hab ich das richtig verstanden: durch harten Sex kann man seine Trauer überwinden?  Naja. Jedenfalls war die Parkbank-Piazza wirklich schön inklusive netter Schule. Und wer weiß wie drei Stunden Benjamin Button gewesen wären. 3+.

Vicky Cristina Barcelona

Sonntag, 07. Dezember 2008

Anders als erwartet. Hut ab again vor Woody Allen, den ich in den letzten Jahren (vielleicht zu unrecht) nicht mehr so geschätzt hatte, heißt ich habe seine letzten drei bis fünf Filme nicht gesehen. Ein umwerfende Penélope Cruz, eine gute, kurzweilige Geschichte, eine Sommerkomödie, irgendwie auch tragisch (zumindest für Vicky). Selbst der onkelhafte Erzähler aus dem Off erschien nach einer Gewöhnungszeit von drei Minuten perfekt gewählt. Die zeitweilige Unschärfe auf den Gesichtern, diese wunderschöne Stadt, na und erst mal Javier Bardem – Schlupflieder können in Verbindung mit einer schönen Nase sehr erotisch sein, oder? Und es ist ein Freude, Bardem und Cruz auf spanisch streiten zu hören… 2++.