Kinder-Weltsicht

Montag, 26. April 2010 18:16

„Wenn es keine Bäume mehr gibt, gibt es keine Luft mehr.“ erklärt mir der junge Herr.
„Das stimmt.“ sagt die holde Mama.
Der Herr: „Und dann können die Menschen nicht mehr atmen und sterben.“
„Ja.“ (*schluck*) sagt die werte Frau Mutter.
„Aber wenn der Baum rausgerissen ist, kann man toll Regenwürmer finden!“ strahlt der junge Herr.

Filmzitate

Dienstag, 06. April 2010 13:31

Der Herr guckt jetzt nicht nur „links“ und „rechts“,  wenn er an eine Straße kommt,  sondern auch „am Abgrund“ (zwischen den Beinen nach hinten geschaut).  Eindeutig zuviel „Findet Nemo“ geguckt.

Ostereiermalerei

Dienstag, 30. März 2010 18:22

Versuch einer Interpretation des im Kindergarten bemalten Ostereis von Seiten des werten Herrn Papa:  „Oh, schön, das ist ein Häschen und ein Küken auf einer Wiese, stimmt’s?“ Der Herr: „Nein! Das sind Punkte und Striche! Hast du deine Brille nicht auf??“

Feiern bis der Tod kommt

Sonntag, 11. Oktober 2009 17:08

Dialog mit einem Fünfjährigen:
„Wenn man stirbt geht die Seele in den Himmel. Wenn man tot ist hat man dann auch noch Geburtstag?“
„Nein.“
„Ist ja auch blöd – dann kann man ja auch nicht mehr feiern.“

Inglourious Basterds

Freitag, 18. September 2009 15:52

Wow.  Komischerweise kann ich gar nicht wirklich was darüber schreiben. Außer dass es seit langem mal wieder ein richtig gutes Kinogefühl gab.

Magentüte

Montag, 17. August 2009 19:34

Die Lieblingsspeise des jungen Herrn ist Schokoladenpudding. Außerdem zeigt selbiger viel Interesse an den Vorgängen zur Verdauung im Körper. Heute sprach’s aus ihm: „In meinem Magen ist vorne eine Tüte und wenn ich Schokoladenpudding esse geht die Tüte auf und da kommt der Schokoladenpudding rein.  Der will nämlich bei mir bleiben und nicht als Kacka wieder rauskommen!“

Angeber mit Auspuff

Freitag, 14. August 2009 15:47

Immer wenn ein tiefergelegtes Auto an uns vorbeifährt, sagt der junge Herr irgendwas mit ‚dicker Auspuff‘ und ‚Rennwagen‘. Ich sage dann immer etwas verächtlich: das ist ein Angeber-Auto.
Gestern dann verkündet der junge Herr rollenspielmäßig mit stolzgeschwellter Brust: „Ich bin ein rotes Angeber-Auto!“
Ich hätte vielleicht dazu sagen sollen, dass ich solche Autos nicht mag. Aber ob’s was genutzt hätte?

Benjamin Button

Freitag, 14. August 2009 15:42

Uff, was für ein trauriges Thema. Ich habe ohne Probleme die 160 Minuten ausgehalten. Trotzdem es eine müde, fahrige Story war. Man hätte ja so viel auslassen können! Dieser Uhrmacher mit der rückwärts laufenden Uhr. Die Geschichte mit Tilda Swinton. Die auf alt geschminkte sterbende Cate Blanchett (man hätte ja auch eine wirklich alte Frau nehmen können). Außerdem ist an dem Thema doch vor allem eins interessant: wie geht der Betroffene damit um als alter Mann geboren zu werden und als Baby zu sterben. Leider blieb die Figur total blass und macht keinerlei Identifikation möglich. Natürlich trug den Film dass man immer darauf wartete, dass Brad Pitt endlich bitte jung & schön werde! Note: 3, weil schöne Bilder, schöne Menschen und Spezialeffekte auch schon mal eine blasse Story in den Hintergrund drängen können.

Thomas Glavinic: Das bin doch ich

Montag, 15. Juni 2009 08:36

Kurzweilig. Ein Schriftsteller berichtet aus seinem Leben. Er trinkt viel, hauptsächlich kümmert sich die Freundin um das gemeinsame Kleinkind, er hypochondriert und ängstigt sich, ob sein bald erscheinendes  Buch Wohlwollen hervorruft (Stichwort: Shortlist für den Deutschen Buchpreis). Lustig ist es zwischendurch auch. Daniel Kehlmann als Freund bereitet mir Spaß. Ich werde auch Die Arbeit der Nacht lesen, denn das hört sich spannend an, wie die Website von Thomas Glavinic verrät: „Ein Mensch wacht auf und ist allein. Auf der ganzen Welt gibt es keine lebende Seele mehr. Außer ihm. Wie kann er weiter leben, dieser letzte Mensch?“ Obwohl dieses Szenario ja auch nicht neu ist…

Juli Zeh: Corpus Delicti (Ein Prozess)

Freitag, 22. Mai 2009 20:54

„Das Mittelalter ist keine Epoche, sondern der Name der menschlichen Natur.“
Das ist schon großartig. Trotzdem nicht mein Buch. Nicht weil es zeitweise sehr grausam ist, nicht weil es ein erschreckendes Ende hat. Nein, weil die Figuren mich nicht berühren, die Charaktere sind einfach zu oberflächlich. Man kann dieses Buch als eine politische Prozessbeschreibung lesen und so gesehen ist es ein respektables Werk. Nachdenken über unseren Staat in Bezug auf Internetsperren, biometrische Daten & Co ist immer gut. Vielleicht war mir das Szenario aber etwas zu platt. Oder zu realistisch?
Lesenswert ist auf jeden Fall Torsten Larbigs Kritik in seinem Lehrerblog.