Ralf Hussmann: Nicht mein Tag.

Freitag, 22. Mai 2009 20:49

„Man guckt die Leute immer nur vor’n Kopp.“  Selten hab ich Heimatgefühle, aber manche Dinge kann sprachlich nur der Ruhrpott.
Kein literarisches Meisterwerk dieser Roman, aber kurzweilig und spannend und gar nicht so simpel, wie man zu Beginn vermutet. Eigentlich ein Buch über die Midlife Crisis eines 40jährigen mit Frau und Kleinkind. Der ist leider Bankangestellter und findet das selber total öde. Automarken spielen eine große Rolle: Subarus und Mustangs vor allem. Dazu kommt ein Szenario aus bunten Figuren und leicht schlampigen Mädels. Und einem wirklich Bösen – also der mit der Knarre -, mit dem unser Hauptdarsteller sich innerlich verbrüdert, weil dessen Träume noch mehr in die Hose gehen als seine eigenen. Ach ja, grundsätzlich geht es um einen Banküberfall, eine Geiselnahme, die zwischendurch mal keine mehr ist und einen Rückblick auf 40 gelebte Jahre. Und am Schluss wird klar, die Verantwortung dafür wie das eigene Leben verläuft trägt man allein. „Und nichts wird besser.“

Nicht auf den Mund gefallen

Sonntag, 17. Mai 2009 11:53

„Wo hast du den Schnupfen schon wieder her?“
„Den hab ich gekauft!“

Doof ist er ja nicht.

Sonntag, 17. Mai 2009 09:54

„Mama, ich fühl mich ein bisschen krank.“
„Wo denn?“
„Überall!“
„Und was könnte man dagegen tun?“
„Sofort Fernsehen gucken!“

Winterreise

Donnerstag, 07. Mai 2009 09:37

Der beeindruckendste Film seit langem. Das letzte Mal sah ich Josef Bierbichler als eher ruhigen Typen in Im Winter ein Jahr. Ich bin kein Fan des Bayrischen, aber dieser Winterreise-Bierbichler haut  mich um. Beängstigend kraftvoll, verloren und trotzdem voller Leben. Der Dialekt passt perfekt. Grantelnd und cholerisch tobt er durch die Szenen. Singt betörende fremde Lieder und knallt zwei Sonnen seiner Depression ab. Sibel Kekilli schön wie immer, ernst und nebenfigurig. Hanny Schygulla als Gattin, immer im Haus. Die einzige die noch zu ihm hält. Er steht nackt am geöffneten Panoramafenster und versucht seine innere Hitze in der Schneekälte zu kühlen. Und brüllt. Singt. Leidet. „Arschloch“ sein einziges Wort für die Menschen um ihn herum. Keine Kompromisse. Ein Drama im wahrsten Sinne. Eine Wucht. Die Bilder oft formal schön, oft Vogelperspektive, handkamera-ig, schnell, unruhig.
Nachhallend: 1.

Ligurische Landschaft von Stephan Velten

Donnerstag, 23. April 2009 15:24

Ligurische Landschaft

Little People

Montag, 20. April 2009 11:03

Little People von Slinkachu – Street-Art im wahrsten Sinne. Hummeljagd: „They’re not pets, Susan.“

Knete-Kunst

Montag, 20. April 2009 10:46

Die Knetfiguren von Katia Kelm sind meine neuen Lieblinge. Zum Beispiel  ‚Niggemeier im Teppich‘:

niggemeierknete

Slumdog Millionaire

Mittwoch, 15. April 2009 08:49

Doch, es war einer der guten Kinoabende. Kurzweilig, spannend und bunt. Und doch bleibt ein Aber. Weil man den Vorwurf der Sozial- oder besser: Slum-Romantik nicht verhehlen kann.  Das Elend wird gezeigt, aber hübsch fotografiert. Der Geruch stellt sich auch im Kopf nicht ein wenn Jamal in die Fäkaliengrube springt. Das Aufziehen der Kamera über den Wellblechdächern hat zwar wegen der so gezeigten Größe des Slums einen Oha-Effekt, es werden aber kaum Bilder gezeigt, die das Leben im Slum nachvollziehbar zeigen. Allerdings will der Film ja auch keine Dokumentation sein. Das Ende – ein simples Happy-End à la Bollywood. Genervt hat mich die Opferrolle der Latika. Geschändet von Kindesbeinen an wehrt sie sich nie. Jamals Bruder – endlich geläutert – muss sie sogar in die Freiheit schubsen. Denn erst wenn der wartende Prinz auch noch genug Geld hat ist sie bereit für ihn. Fazit für mich: Wenn man es schafft Slumdog Millionaire als fiktionales Kinomärchen zu sehen, ist es  – siehe oben – ein guter Kinoabend. 2+.

Zoo Hannover

Dienstag, 14. April 2009 10:14

3.50 fürs Parken, 19.50 Tageskarte Erwachsener, 13.50 für ab Dreijährige. Familienkarten gibt es nicht. Schluck. Trampolinspringen 1 Euro, Kinderschminken 4 Euro. Die Wege gehen an Souvenirshops vorbei und zwischen FastFood-Anlagen durch („Mama ich will Pommes.“ „Mama ich will Eis.“ „Mama ich will als Tiger geschminkt werden.“ „Mama ich will Pommes.“ etc.). Für Getränke und Snacks an den Buden bezahlt man wie erwartet Mondpreise. Das dazu. Wir hatten also Picknick mit.
Wir befinden uns in einem Erlebnis-Zoo. Gut daran ist, dass die Tiere recht artgerecht gehalten werden. Dafür sieht man sie natürlich meist nicht so gut. Dagegen setzt der Zoo mit Tiershows,  Fütterungen, Bootsfahrten, Streichelzoo, Sommerrodelbahn, sehr viel Grün und Tarnfarben-Architektur. Sehr schön ist der Abenteuerspielplatz ‚Brodelburg‘ mit angrenzender recht netter Gastronmie. Architektonisch und landschaftsbautechnisch ansprechend gibt es viele Bauten zum Klettern und Rutschen, Gratis-Trampoline und einen sehr schönen Wasserlauf zum Matschen und Stauen. Wenn man nah genug wohnt, lohnt sich hier eine Jahreskarte sicher sehr. Ostermontag mit 22 Grad ist allerdings massen- und somit elternentspannungstechnisch nicht der beste Tag für den  Zoo in Hannover. Fazit: Wie immer in den  modernen Zoos kann man sich alles an einem Tag gar nicht angucken. Schaffen will man aber trotzdem viel. Ich bin ja eher für kleinere Tierparks, die nicht so viel Eintritt kosten und nur einen halben Tag dauern. Danach ist man dann nicht so fertig bzw. quengelig, weil überreizt und müde.  Als das was er sein will ist der Zoo in Hannover aber empfehlenswert.

Was wäre wenn…

Montag, 30. März 2009 17:07

Bobbele Türsteher geworden wäre und Klinsi Konditor. Diese Bildergalerie ist zwar vor langer Zeit in der print-Ausgabe des SZ-Magazin erschienen, aber hier noch mal zu bewundern.